Unterwegs im Land der langen weißen Wolken

16Januar
2014

WWOOFen!

Nach dem Festival war ich 2 Wochen bei Trish und Don in der Nähe von Nelson WWOOFen. Dazu muss ich wohl 2 Dinge erklären. 1. WWOOF: Ist ein Netzwerk, über das sich Farmer und Volunteer-Worker finden. Was nichts anderes bedeutet, als dass ich für Essen, Unterkunft und ein wenig Integration in den normalen Lebensalltag auf einer Farm bei den anfallenden Arbeiten helfe. 2. Trish und Don: Don war derjenige Kiwi, der mich in Blenheim eingesammelt hatte und mit nach Kaikoura genommen hat. Dort hat er allerdings nur sein 2. Haus. Das eigentliche Heim befindet sich eben in der Nähe von Nelson, wo er mit seiner Frau Trish zusammen ein kleines Transportgeschäft und einen Weinanbau betreibt. Und genau dort konnten die 2 jemanden gebrauchen, der ihnen beim leaf plucking (also Abzupfen der Blätter, damit die Früchte mehr Licht bekommen) hilft.


Die 2 sind ein herzliches und für ihr Alter (Großelternalter) erstaunlich fittes Ehepaar mit einer Vorliebe für Europa und besonders Deutschland. Genau dort kamen nämlich 1843 die  Ur(ur)großväter von beiden her. Eine Familiengeschichte, die sie sehr gern erzählen. Außerdem haben sie die Vorliebe für gemütliches Kaffeetrinken in gediegenen Cafés (wozu sie mich gern eingeladen haben) und rote, schnelle Autos (Sportwagen!) gemeinsam. Ich muss sagen, ich habe mich dort sehr wohl und bemuttert gefühlt.
Ganz im Kontrast zu den meist mindestens 6-Betten-Dorms im Hostel, hatte ich hier sogar den Luxus, eine eigene kleine Hütte nur für mich zu haben.


Meine Hütte bei Trish und Don   beim Leaf-plucking


Nelson ist, wie ich finde, eine der hübschesten kleinen Städte hier im Norden der Südinsel, direkt am Meer mit einem breiten Strand, niedlicher Innenstadt und hübsch angelegten Parks um Fluss und Kathedrale herum. Außerdem gibt es einen Hügel, der wohl (inwiefern das geografisch korrekt ist, kann ich nicht beurteilen) das Zentrum von Neuseeland darstellt.

Blick auf Nelson vom Zentrum Neuseelands


Sehr gern erinnere ich mich an einen Abend in der Stadt mit Trish und ihren Freundinnen. Man kann sie sich ein bisschen wie die Ladys aus Golden Girls vorstellen.
Wir waren gemeinsam shoppen (Ich bin in verschiedenen Kleidern schaugelaufen, während verzückte "Ohh!"s von den Golden Girls kamen), im Kino (der 2. Hobbit-Teil ist viel besser als der 1.!), Essen (wer hätte es gedacht: Döner schmeckt hier ganz anders als bei uns) und leckeren Boysenberry (Google sagt, eine Kreuzung aus Brombeere und Himbeere)-Cider trinken.

Außerdem hab ich Franzi und Julius wiedergetroffen und wir waren im an Nelson angrenzenden Richmond auf einem Trabrennen. Eine gute Gelegenheit merkwürde Farbeinstellung meiner Kamera auszutesten:


Trabrennen in Richmond